Meditation

Jeder findet einen Weg

Vor inzwischen fast 20 Jahren habe ich damit begonnen mich mit Meditation auseinanderzusetzen. Eine große Inspiration war damals Kurt Tepperwein. Seine besondere Stimme machte, die von ihm gesprochenen Meditationen, für mich zu einem sehr intensiven Erlebnis. Durch die tägliche Meditationspraxis wurde ich ruhiger, konzentrierter und selbstbewusster. Ich habe über die Jahre viele Formen der Meditation geübt, erlernt und ausprobiert.

Für mich ist Meditation kein Trend, kein Lifestyle oder etwas, worüber ich spreche, weil es momentan gerade gehypt wird. Was ich herausgefunden habe, ist, dass viele der Menschen, die zu mir in die Praxis kommen, gar nicht mehr in der Lage sind, nur mit sich selbst alleine – ganz ohne Ablenkung – sein zu können. Es macht vielen Menschen Angst oder bringt eine sehr starke Unruhe. In unserer modernen Gesellschaft werden wir fast ununterbrochen von uns selbst abgelenkt. Es gibt immer etwas im Außen, was unsere Konzentration verlangt. Bis wir uns abends schlafen legen können wir uns, sozusagen, permanent „berieseln“ lassen. Um dem entgegenzuwirken, möchte ich die Menschen dazu animieren, sich einmal am Tag davon zu lösen und nur mit sich allein zu sein.

Es gibt verschiedene Wege damit anzufangen. Ich persönlich habe mit einfachen Phantasiereisen, je 20 Minuten, begonnen. Danach oder parallel dazu habe ich Körperwahrnehmungsübungen erlernt. Inzwischen meditiere ich täglich 20 Minuten rein mit meinem Atem und meinem Bewusstsein. Eine Form der Meditation aus der Schule von Russel und Linda Delman.

Ich empfehle fast jedem meiner Patienten das Meditieren anzufangen bzw. es zu versuchen. Wer es schafft, Meditation – in welcher Form auch immer – in seinen Alltag einzubauen, profitiert davon auf unterschiedlichste Weise. Dies bestätigen mittlerweile zahlreiche Studien, sowie meine Patienten nach ihrer Selbsterfahrung. Die John-Hopkins-Universität hat beispielsweise herausgefunden, dass Angstzustände reduziert oder Schmerzen positiv beeinflusst werden können (Studie von 2014: Meditation Programs for Psychological Stress and Well-being: A Systematic Review and Meta-analysis“).

Meine jahrelange Erfahrung mit unterschiedlichsten Klientinnen und Klienten zeigt mir, dass jede(r) Einzelne einen anderen Zugang hat und man schauen muss, wie es für sie oder ihn am besten in den Alltag zu integrieren ist und welche Form der Meditation am besten passt.

Bei der Arbeit mit meinen Patienten versuche ich immer, eine passende Meditationsform für die- oder denjenigen herauszuarbeiten und immer wieder zu üben. Man kann an sich selbst beobachten, wie sich das Gefühl einem selbst gegenüber verändert, der Atem mit der Zeit ruhiger oder tiefer wird und man stressresistenter wird. Manch Meditierende sagen, man fühlt sich wieder wohler mit sich selbst und nimmt auch einzelne Momente wieder achtsamer wahr.

Mir ist wichtig, dass es einmal am Tag zu einem „OUTPUT“ kommt. Besser wäre natürlich, wenn es uns gelingen würde, längere Zeit im „Offline-Modus“ zu sein. Was ich damit meine, ist, dass man keine Informationen aufnimmt, sondern wirklich ganz im Hier & Jetzt ist und nur mit seinen Sinnen die Umgebung erlebt. Kein Radio, kein Handy, keine anderen Menschen, keine Musik oder andere Berieselung. Nur die Umgebung und unser Körper. Kein „INPUT“ für unser Gehirn und unsere Zellprozesse. Jeder kann für sich selbst entscheiden, wie er mit dem Angebot an Input umgeht und wann er sich davon eine Auszeit gönnt oder wie oft. Ich denke es kann nicht schaden, wenn wir dafür ein Bewusstsein entwickeln und es ausprobieren.

Bei Fragen zu Meditation oder wie man am besten damit anfängt, kann mir jede Leserin oder jeder Leser gerne schreiben unter stephanie.kaschak@t-online.de.

Gern halte ich auch Meditationsabende für kleine Gruppen.